Die Haltung von Haussklaven war bereits in den afrikanischen Königreichen des Mittelalters üblich, also vor der Ankunft europäischer und arabischer Sklavenhändler. Gemäß Berichten arabischer Reisender war Sklaverei in den westafrikanischen Reichen Ghana, Mali und Songhai, im Aschanti-Reich im heutigen Ghana, in Dahomey (Benin), bei den Hausa und Yoruba im heutigen Nigeria alltäglich. Sklaven arbeiteten im Haushalt und in der Landwirtschaft. Die Sklaven hatten jedoch gewisse Rechte in Afrika. Sie durften heiraten, Kinder aufziehen, Häuser und Habseligkeiten besitzen. Freilassungen kamen vor.

 

Die meisten Sklaven waren Kriegsgefangene, die in Kriegen gegen andere Stämme erbeutet wurden; daneben konnte auch Verschuldung zur Versklavung innerhalb des eigenen Stammes führen. Des Weiteren gab es Kinder, die von ihren Familien in die Sklaverei verkauft worden waren, Sklaven, die von tributpflichtigen Stämmen als Tribut gestellt wurden und Sklaverei im Kontext der Religion. Die Herren hatten ihnen gegenüber ganz bestimmte Pflichten zu erfüllen und nach einiger Zeit wurden die Sklaven meist in die Familie aufgenommen.

 

Der von den Europäern seit dem 15. Jahrhundert betriebene Sklavenhandel sah hingegen ganz anders aus. Für die harte Arbeit auf den großen Zuckerrohrplantagen in Mittel- und Südamerika wurden jede Menge Arbeitskräfte benötigt, wofür die robusten Afrikaner wesentlich besser geeignet waren als die einheimischen Indios.

 

Organisiert wurde der Sklavenhandel von den großen Handelsgesellschaften, wie beispielsweise der Westindischen Kompanie oder der Kompanie des Kap Verde und des Senegal, die sich zum Teil Handelsmonopole entlang der Küste gesichert hatten. Während der monatelangen Fahrt nach Amerika hockten die Sklaven gefesselt und dicht gedrängt in den dunklen Schiffsbäuchen der Schiffe. Viele Sklaven starben während der Überfahrt aufgrund katastrophaler hygienischer Bedingungen und Seuchen.

 

Von der der Insel Gorée aus, vor der Küste Senegals, wurden die Sklaven, nachdem sie monatelang in dem Fort unter unmenschlichen Bedingungen zusammengepfercht worden waren, nach Übersee verschifft.

 

Die Zahl der in den vier Jahrhunderten (von 1441- 1880) deportierten Afrikaner wird auf 10 bis 60 Mio. Menschen geschätzt, wobei die Zahl derer, die den Transport nicht überlebt hatten, noch hinzuzurechnen ist.

 

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