Das künstlerische Schaffen der Völker Westafrikas steht in engem Zusammenhang mit ihrer Religion und Mythologie. Holzbearbeitung, Musik, Tanz und Erzählungen sind mit einem sozialen Ereignis oder einem Ritual verbunden. Kunst in Westafrika ist daher zweckbestimmt, wobei die Kunstgegenstände ihren Zweck erst in ihrer Verwendung offenbaren. So kommt die Schönheit der Masken erst in der Bewegung des Tanzes zum Ausdruck.

 

Aus Holz werden Masken und Fetischfiguren geschnitzt, die im Ahnen- und Fruchtbarkeitskult verwendet werden. Berühmt für ihre Masken und Holzfiguren sind vor allem die Bambara, die Dogon und die Senufo. Die Holzschnitzer der Dogon fertigten früher neben den hölzernen Fetischfiguren und Masken auch Türen und Türverriegelungen mit den Symbolen der Dogon-Mythologie (z.B. Krokodil und Schlange). Für die Masken und dem Nashornvogel als Symbol der Fruchtbarkeit sind die Senufo berühmt. Bei den Bambara sind es die verschiedenen Antilopen-Masken, die einen großen Eindruck hinterlassen.

 

Der Tanz ist nach einem exakten und verbindlichen Zeremoniell geregelt und hat sich aus Magie und Mythologie der jeweiligen Völker entwickelt. Die meisten Tänze werden nur zu einem bestimmten Zweck bzw. zu bestimmten Anlässen aufgeführt. Man tanzt zur Erntezeit, bei der Geburt eines Kindes, wenn eine Hochzeit gefeiert wird oder ein Toter begraben wird. Im Tanz fügt sich der Einzelne in die Dorfgemeinschaft ein. Dem Tanz und die ihn begleitende Musik kommt dabei immer eine reinigende, die Geister beschwichtigende Funktion zu. Der Tanz ist somit auch eine Möglichkeit mit den Göttern und Geistern in Verbindung zu treten. Bei diesen religiösen Tänzen sind Masken ein wichtiges Requisit.

 

Musikinstrumente dienten den Westafrikanern früher nicht nur zur Nachrichtenübermittlung und zur Unterhaltung, sondern vielmehr auch als „Sprachrohre“ der Ahnen. Das wichtigste westafrikanische Musikinstrument ist die Trommel, die es in unterschiedlichen Formen und Ausführungen gibt. Mit dem Dundun ist es dem Yorùbá-Trommler möglich die Yorùbá-Sprache zu imitieren. Die Schlitztrommel der Diola – die Kabisa – ist eine rituelle Trommel und kündigt nur wichtige Ereignisse des Dorfes an. Sie darf nur von Initiierten geschlagen werden. Von den Griots wird häufig die Kora, ein 21-saitiges, harfenähnliches Instrument, gespielt.

 

Die Djembé wurde ursprünglich von den Schmieden der Malinké hergestellt, die mit Hilfe ihrer Metallinstrumente Teile von Baumstämmen aushöhlten und daraus den Trommelkörper schnitzten. Über die Trommelöffnung wurde ein geschorenes Ziegenfell gespannt. Heutzutage sind die Djembés in ganz Westafrika weit verbreitet.

 

Log In Registration