Geschichte

 

Der Ursprung der Wolof ist bis heute weitgehend ungeklärt. Es wird vermutet, dass das Wolof sich aus dem Lebu entwickelt hat. Die Lebus gehörten zusammen mit den Seereer, den Fulani, den Soninké und den Mauren zu den wichtigsten ethnischen Gruppen in der Region des Senegal-Flusses. Aus diesen Gruppen ging im 10. Jahrhundert das Tekrur-Reich hervor. Zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert schlossen sich mehrere Fürstentümer zu dem Königreich Jolof zusammen. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wurden dem Jolof-Reich die Provinzen Kayor, Baol und Walo einverleibt. Der erste König, bekannt unter dem Namen Njajaan Njaay, gehörte der Ethnie der Wolof an und setzte unter den multiethnischen Bewohnern des Reiches seine eigene Muttersprache als Verkehrssprache durch. Mit der Gründung des Jolof-Reiches gewannen die Wolof an politischem Einfluss. Die Provinzen behielten nach innen jedoch eine gewisse Selbständigkeit.

 

Wirtschaft

 

In historischen Quellen werden die Wolof als Händler beschrieben. Sie führten Handel mit dem Futa Toro und den Berbern in Nordafrika. Während der Kolonialzeit lag die Vermarktung europäischer Waren in den Händen der an der Küste lebenden Wolof.

 

Religion

 

Die überwiegende Mehrzahl der Wolof sind Sufi Muslime. Die senegalesischen Muslim-Bruderschaften tauchten erstmals im 19. Jahrhundert auf und verbreiteten sich im 20. Jahrhundert stark unter den Wolof. Ihre Führer, die Marabouts, haben einen großen kulturellen und politischen Einfluss auf die Muslime.

 

Familie

 

Nach der Hochzeit behält in ländlichen Gebieten die Ehefrau ihren Mädchennamen. In Städten ist es heutzutage jedoch üblich, dass die Ehefrau den Familiennamen ihres Ehemannes übernimmt. Bei der Geburt eines Kindes geht der Familienname vom Vater auf das Kind über. Dem Neugeborenen wird der Vorname am 8. Tag nach der Geburt ins Ohr geflüstert, wobei es das Vorrecht des Vaters ist, den Vornamen auszuwählen. Namensgeber ist üblicherweise ein Verwandter, ein Freund des Vaters oder eine religiöse Persönlichkeit. Mutter und Vater übertragen nach dem Glauben der Wolof unterschiedliche Merkmale bzw. Eigenschaften auf das Kind. Von der Mutter (ndey ji) kommt das Blut (deret ji), das Fleisch (sóox wi), den Charakter (jikko ji), die Intelligenz (xel mi) und unter Umständen auch magische Kräfte (dëmm bi). Vom Vater (baay bi) kommen die Knochen (yax bi), die Adern (siddit wi), die Seele (fit wi) und ebenfalls magische Kräfte (nóoxóor bi). Die magischen Kräfte der Mutter sind stärker als die des Mannes, da diese Kräfte „Seelen fressen“ können.

 

Hauptereignisse im Leben der Wolof

 

Die vier Hauptereignisse im Leben eines Wolof sind: die Geburt, die Initiation (Beschneidung), die Hochzeit und das Begräbnis.

 

Nach der Geburt des Kindes will es die islamische Tradition, dass das Baby einige Tropfen eines magischen Getränkes (toqental bi) zu sich nimmt, das das Kind vor Bösem beschützen soll. Nach der Geburt wird eine Einladung (yégle bi) an Freunde der Familie, an Nachbarn und Verwandte geschickt. Am achten Tag nach der Geburt findet ein großes Fest statt, bei dem auch Fremde willkommen sind. Die Feier beginnt am Morgen und dauert den ganzen Tag. Ein Marabout (sériñ bi) schächtet einen Hammel und rezitiert Koranverse. Dann flüstert er dem Baby seinen Vornamen ins Ohr. Diese Handlung wird als tudd bezeichnet. Während der gesamten Zeremonie trägt die Tante väterlicherseits (bàjjan ji) das Baby im Arm. Sie ist sehr häufig die séddoo des Kindesvaters, d.h. sie ist durch einen Pakt mit diesem verbunden.

 

Die Beschneidung des Jungen ist nicht nur eine chirurgische Operation, sie markiert auch den Übergang vom Kind (xale bi) zum Erwachsenen (xale bu góor gi). Der Jugendliche (njulli bi) wird in wichtigen Tugenden (jikko ji) unterrichtet, die da sind: der Mut (fit wi), die Geduld und Ausdauer (muñ bi), die Verschwiegenheit und Schamhaftigkeit (jom ji), die Solidarität und die Treue (kóllëre gi). Gelegentlich wird der Initiierte auch in magische Praktiken und in Geheimnisse der Natur unterwiesen. Alle neu Initiierten, die sich aus Verwandten 2. Grades und Nachbarn zusammensetzen gehören zu einer Altersklasse (lëlbi) und teilen ein Zimmer. Nicht in diese Altersklasse eingeschlossen sind Brüder 1. Grades, die wiederum ein eigenes Zimmer teilen können. Frauen, insbesondere jungen Mädchen, ist es verboten, den Ort der Initiation zu betreten.

 

Die Initiierten tragen während und nach der Beschneidung einen langen Boubou, der weit genug geschnitten ist, um nicht an den intimen Stellen zu reiben. Die Vorhaut des Beschnittenen wird sorgfältig eingewickelt und in Höhe der Schulter bzw. der Brust am Boubou befestigt.

 

Für traditionelle Eltern ist es erstrebenswert, dass die Braut des Sohnes eine (Kreux)kusine (doomu nijaay) ist, also die Tochter des Onkels mütterlicherseits. Bei dieser Konstellation wird die Braut als wurusu jabar „Goldbraut“ und der Bräutigam als xaalisu jëkkër „Geldbräutigam“ bezeichnet. Allerdings sind diese Verbindungen natürlich nicht immer möglich, so dass nach anderen Bräuten gesucht wird. Dem Onkel väterlicherseits (niyaay „derjenige, der verkauft“) fällt hier insbesondere die Aufgabe zu, für seinen Neffen eine passende Braut zu finden. Wichtige Kriterien für die Brautwahl sind hierbei: Schönheit (rafet), Fleiß (liggéey), Gehorsamkeit (dégg ndigal), Gute Erziehung (yaru), Zugehörigkeit zur gleichen Kaste (ngiir), Abwesenheit von schädlichen Einflüssen (gaaf bi). Der Onkel ist es auch, der den Eltern des Jungen ein Mädchen vorschlägt. Die Eltern des jungen Mannes schicken eine Vertrauensperson zu den Eltern des Mädchens, der im Namen der Familie des jungen Mannes um die Hand des Mädchens anhält. Die Eltern des Mädchens besprechen den Heiratswunsch mit dem Mädchen und willigen ein oder weisen ihn zurück. Wenn sie einwilligen erfolgt die Verlobung des Paares durch die erste Gabe (may gu jëkk) des Bräutigams an die Familie der Braut. Früher wurden Dinge übergeben, wie Kolanüsse, die an die Familie oder an Nachbarn weitergegeben werden, oder Schmuck. Heutzutage ist es immer häufiger ein Geldbetrag. Diese erste Gabe wird als dàq far (Rivalen-Abweiser) bezeichnet, weil das Mädchen mit der Annahme der Brautgabe nicht mehr das Recht hat andere heiratswillige Männer zu empfangen.

 

Beide Familien vereinbaren den Tag der Hochzeit. Die Hochzeit findet im Haus des Bräutigams statt. Die Eltern des Bräutigams empfangen die Gäste mit Essen und Trinken (kein Alkohol). Während die Gäste Geldgeschenke machen und oder dingliche Geschenke übergeben. Ein Griot spielt auf einem Instrument und singt dazu.

 

Ob Bräutigam und Braut Gefühle füreinander empfinden, spielt für die Partnerwahl keine entscheidende Rolle. Wichtiger ist, dass Bräutigam und Braut nach der Hochzeit ihre Pflichten erfüllen. Der Ehemann trägt die Verantwortung für das Familieneinkommen, die Ehefrau führt den Haushalt und hat dem Ehemann Kinder zu schenken.

 

In früheren Zeiten bezeichnete der Familienname die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Klan. Mitglieder eines Klans blicken auf den gleichen Vorfahren zurück. Jedes Familienmitglied hat eine festgelegte Rolle, die beispielsweise bei Zeremonien sichtbar wird.

 

Zu jedem Klan gehörte ein Totemtier, der den Klan beschützte. Der Klan der Diop hat als Totemtier beispielsweise den Pfau. Der Klanname Fall steht für die Schlange, die M´Bengue haben den Schakal als Totemtier und die N´Diaye den Löwen. Die Totemtiere bilden auch ein Zugehörigkeitsgefühl zu anderen Ethnien. Wenn ein N´Diaye beispielsweise in Mali einen Bambara mit dem Klannamen Diarra trifft, so wird er von dem Bambara als enger Verwandter angesehen, weil das Totemtier der Diarra ebenfalls ein Löwe ist. Eine Verwandtschaft gibt es auch zwischen anderen Klans, beispielsweise zwischen den Fall und den Coulibaly mit der Schlange als gemeinsamem Totemtier. Heutzutage verbinden jedoch nur noch wenige Wolof ihren Klannamen mit dem Totemtier. Auch weisen typische Wolof-Klannamen nicht mehr eindeutig auf einen Wolof.

 

Im vorislamischen Afrika wurde Polygamie ohne Restriktionen praktiziert. Die Anzahl der Frauen wurde nur durch die finanziellen Mittel des Mannes begrenzt. Herrscher hatten manchmal mehrere hundert Ehefrauen. Mit dem Islam wurde die Anzahl möglicher Ehefrauen auf vier begrenzt. Außerdem bestimmt der Koran, dass eine Zweitfrau nur dann geheiratet werden darf, wenn die Erstfrau durch eine zweite Ehefrau nicht vernachlässigt wird. Auch unter den Wolof ist die Polygamie weit verbreitet. Der Mann nimmt gewöhnlich eine Zweitfrau (ñaareel bi) zehn bis fünfzehn Jahre nach der Hochzeit mit der Erstfrau (aawa bi). Die Nebenfrauen (wujj yi) wohnten gewöhnlich im gleichen Gehöft in verschiedenen Zimmern. Heutzutage wohnen die Frauen eines Ehemannes oft auch an verschiedenen Orten. Die Ehefrauen empfangen Ihren Ehemann, der keine eigenen vier Wände hat, in einer festen Reihenfolge (moome), wobei der Ehemann bei jeder Ehefrau zwei bis drei Tage hintereinander verbringt. Es kommt allerdings in seltenen Fällen auch vor, dass der Ehemann seine Frauen in einem eigenen Zimmer empfängt. Prinzipiell hat die Erstfrau mehr Autorität und Verantwortung als die anderen Frauen. In Abwesenheit des Mannes organisiert sie die Angelegenheiten des Hauses. Sie teilt die Arbeit ein, verteilt das Essen etc.

 

 

 

 

Das Begräbnis

 

Das Vokabular, das den Begriff „sterben“ ausdrückt, ist im Wolof sehr hoch. Der allgemeine Ausdruck ist dee. Dieses Wort wird jedoch nie im Zusammenhang mit Menschen verwendet, sondern nur für Tiere, Pflanzen oder Dinge. Man kann sagen wer wi dee na „der Monat ist gestorben“ um das Monatsende auszudrücken. Tod eines Menschen wird als Sprachtabu behandelt und nur umschrieben. Buur saay na „ der König ist tot“ heißt wörtlich übersetzt „der König ist gebrochen“. Sériñ bi aj na lässt sich übersetzen mit „Der Marabout ist auf Pilgerfahrt“ um auszudrücken, dass er gestorben ist. Für einen gewöhnlichen Mann wird bei dessen Tod beispielsweise gesagt góor gi gaañu na. „ der Mann ist verletzt“ oder góor gi réer na. „der Mann hat sich verlaufen“. Der Tod soll gebannt werden, indem er nicht ausgesprochen wird.

 

 

Die Frauen des Dorfes kündigen den Tod eines Mitgliedes durch einen Schrei an. Die Älteren bereiten das Begräbnis vor und beten für den Toten. Nach dem Tod eines muslimischen Wolof wird der Körper des Verstorbenen auf rituelle Weise gewaschen. Er wird mit gekreuzten Armen in ein weißes Leichentuch gewickelt. Innerhalb von 24 Stunden wird er in einem Sarg zum Friedhof getragen. Es wird ein nicht sehr tiefes Loch gegraben und der Leichnam wird ohne Sarg mit dem Gesicht Richtung Mekka hineingelegt und das Grab wird zugeschüttet.

 

Am Begräbnis nehmen die Großfamilie (mbokk mi), die Freunde und Nachbarn, Griots (géwél yi) und der geistliche Führer, der Marabout (sériñ bi), teil. Eine Koranschule (daara ji) oder eine religiöse Vereinigung (dahira) trägt der versammelten Trauergemeinschaft im Haus des Verstorbenen den Koran vor (jàng kaamil gi). Der Marabout predigt über die Unvermeidbarkeit des Todes, der Notwendigkeit Gott zu dienen, Gutes zu tun und Schlechtes zu unterlassen (xutba bi).

 

 

 

 

Die Kasten der Wolof

 

Die Gesellschaft traditioneller Wolof war durch Kasten geprägt, die bis in die heutige Zeit Spuren hinterlassen haben. Die zahlenmäßig größte Gruppe bei den Wolof ist allerdings die der géer yi. Sie sind Besitzer ihres eigenen Grund und Bodens, den sie auch selber bewirtschaften. Um sie von den Sklaven (jaam yi) zu unterscheiden, werden sie auch oftmals als „Freie Menschen“ bezeichnet. Die Sklaven gehörten in der vorkolonialen Zeit dem König (buur bi). Heutzutage gibt es natürlich keine Sklaven mehr. Weder die géer yi noch die jaam yi waren Mitglieder einer Kaste.

 

Es gibt drei echte Kasten in der Kultur der Wolof: die Griots (géwél yi), die Schmiede (tëgg yi) und die Schuhmacher bzw. Lederhandwerker (wuude yi).

 

 

Die Griots sind von diesen drei am bekanntesten, da ihre Funktion die vielfältigste war. Früher ermutigten sie die Krieger vor und während eines Krieges. Die Mutigsten unter ihnen wurden von den Griots in Lobliedern besungen und blieben so im kollektiven Gedächtnis der Nachkommen. Heutzutage sind die Griots das Gedächtnis der mit ihnen verbundenen géer-Familien, da sie deren Familienchronologie auswendig aufsagen können. Griots bei den Wolof sind Künstler, Sänger und Musiker und sind unverzichtbarer Bestandteil jedes Familienfestes, auf denen sie von den Gästen beschenkt werden. Die Ehefrauen der géer lassen sich von den Ehefrauen der géwél die Haare frisieren.

 

 

Die tëgg, also die Schmiede, sind die Männer des Metalls. Sie stellen manchmal auch Schmuck her. Als Verb bedeutet tëgg „mit einem Instrument schlagen“. Jeder tëgg ist ebenfalls mit „seinem“ géer verbunden, wobei die Bande aber nicht so eng sind wie zwischen géer und géwél. Die tëgg nehmen ebenfalls an Familienfesten der mit Ihnen verbundenen géer teil. Da tëgg und géwél im Dienste der géer stehen, ist dieser nicht gezwungen diese für Ihre Dienste zu entlohnen.

 

 

Die wuude, also die Schuhmacher und Lederhandwerker, sind nicht generell mit einem géer verbunden. Die Arbeit der wuude wird vom géer üblicherweise zu normalen Konditionen vergütet.

 

 

Neben den Kasten und den „Freien Menschen“ findet man bei den Wolof die Gruppe der Holzhandwerker (lawbe bi) und die Weber (ràbb bi).

 

Die lawbe waren ursprünglich eine Kaste der Fulbe. Sie sind heutzutage zwar wolofiziert, gehören aber weder zu einer Kaste noch zu den „Freien Menschen“. Der Klanname Sow weist auf einen lawbe hin.

 

Die ràbb, also die Weber, findet man sehr selten unter den Wolof. Üblicherweise gehören die Weber zur Volksgruppe der Diola.

 

 

 

Für die Verbreitung des Islam sorgten im Senegal drei große Bruderschaften (tarixa bi).

 

1. die Tijanji

 

2. die Mouriden

 

3. die Khadiriya

 

 

 

Die Tijanjia

 

Die größte Bruderschaft mit etwa 45 Prozent aller Moslems sind die Tijanji. Der Orden wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts von Scheich Ahmad al Tijanji. gegründet. Er reklamierte für sich sowohl eine nicht begründete direkte Abstammung vom Propheten als auch die zwei höchsten Hierarchiestufen eines Sufis. Die persönliche Vorliebe des Ordensgründers für eine angenehme Lebensweise ist auch in der Glaubenspraxis der Tijanji-Brüder von heute erkennbar. Die Mitglieder werden aufgefordert, Wohlstand nicht abzulehnen und kein asketisches Leben zu führen. Die Stadt Tivaouane ist zur Hauptstadt der senegalesischen Tijanji geworden. Am Tag des gaamu, der Geburt des Propheten, pilgern die Tijanji in diese Stadt. Tijanji, die es sich leisten können, pilgern im Laufe Ihres Lebens ebenfalls nach Fes in Marokko zum Grab ihres Glaubensgründers und nach Mekka.

 

 

Die Mouriden

 

Etwas kleiner, aber wirtschaftlich bedeutsamer als die Tijanji, ist die Bruderschaft der Mouriden. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Scheich Ahmadu Bamba Mbacke (Ahmed ben Mohamed ben Habib Ali) in Touba gegründet. Seitdem wird die Bruderschaft von den Nachkommen Mbackes und dessen Mitarbeiter dominiert. Besonderheit der mouridischen Ideologie ist die Heiligung der Arbeit, der ein spirituelles Element zuerkannt wird. Es gilt der Grundsatz „Arbeite, als müsstest du ewig leben und bete, als müsstest du morgen sterben“. Ein weiteres Element ist die Pflicht der Mouriden zur jährlichen Gabe, die während einer Pilgerfahrt (màggal gi) in die heilige Stadt Touba geleistet werden muss. Die Moschee in Touba fasst 5.000 Besucher und hat ein 87 Meter hohes Minarett. Sie ist die größte Moschee im Senegal und eine der größten weltweit. Der Mouriden-Orden hat sich durch Auswanderung und den Ausbau von Handelsbeziehungen in die ganze Welt ausgebreitet.

 

 

Die Khadiriya

 

Die Bruderschaft der Khadiriya wurde im 12. Jahrhundert in Bagdad gegründet und breitete sich schnell in Nordafrika aus. Die Bruderschaft hat den Ruf der Toleranz und der Barmherzigkeit. Die Bruderschaft besteht aus verschiedenen Untergruppierungen. Jede Khadiriya-Gruppierung ist unabhängig und die Führerschaft wird von einer Generation zur nächsten weitervererbt. Die Bruderschaft ist dabei gegenüber den anderen beiden großen Bruderschaften an Bedeutung zu verlieren.

 

 

 

Vor und nach dem Unterricht in einer staatlichen Schule gehen die Kinder frommer Wolof täglich zusätzlich in eine Koranschule (daara ji). Sie lernen dort das Rezitieren von Koranversen auf Arabisch. Da die Kinder kaum Sprachkenntnisse in Arabisch haben, handelt es sich um reines Auswendiglernen der Texte. Nur eine Minderheit der Kinder, die auch die Sprache studieren, erfasst auch den Sinn des Rezitierten.

 

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