Die Manjack sind eine Ethnie im westafrikanischen Guinea-Bissau. Im südlichen Senegal, in der Casamance, werden sie Mandjak genannt. Eine zahlenmäßig kleine Ethnie lebt auch im westafrikanischen Staat Gambia. Dort leben sie südlich des Gambia-Flusses in der West Coast Region. Ihre Ursprünge gehen nach Guinea-Bissau zurück, wo sie noch heute etwa 9 Prozent der Bevölkerung stellen.

 

Im 19. Jahrhundert haben sich die gambischen Manjack, ähnlich wie die Baïnunk, nahezu vollständig mit den Volksgruppen der Diola und der Mandinka vermischt.

 

Der traditionelle Glaube (gëndiman)

 

Ein großer Teil der Manjack hat zum Katholizismus konvertiert. Diese Menschen sind zwar Christen geworden, haben ihre Bindung zum traditionellen Glauben jedoch nie ganz abgelegt. Der traditionelle Glaube ist auch heute noch sehr gegenwärtig.

 

Für die Manjack sind die Vorfahren selbst nach ihrem Tod noch unter ihnen. Ihre Todesseelen beschützen die Lebenden, können aber auch diejenigen unter ihnen bestrafen, die Schlechtes gegenüber anderen begangen haben. An die Seelen der Toten (balùgùm) wendet man sich beim Praktizieren von Schutzriten. Die Manjack wenden sich aber auch an diese, wenn sie in schwierigen Situationen eine Entscheidung zu treffen haben oder um eine Erklärung für einen plötzlichen Todesfall zu bekommen.

 

Nur die Erwachsenen werden nach ihrem Tod zu einem balùgùm, Kinder hingegen nicht.

 

Diejenigen Verstorbenen, die zu Lebzeiten Hexerei praktiziert hatten oder einen Pakt mit einem unheilvollen Dschinn eingegangen sind, müssen zunächst im Fegefeuer ihre Sünden abbüßen. Man sagt von so einem Menschen: ka ro ùkots ‘Er erduldet ein Urteil‘.

 

Danach haben sie dann Zugang zum Ort der Seelen der Verstorbenen. Sollten sich die Verstorbenen hingegen zu Lebzeiten sehr schwerer Vergehen schuldig gemacht haben, werden sich ihre Seelen niemals mit denen der Vorfahren vereinigen können.

 

In jeder Familie werden die verstorbenen Vorfahren durch kurze Ebenholz-Pfähle repräsentiert, die in einer Erdanhäufung in der Ecke des Hofes stecken. Jeweils ein Pfahl (pëcap) steht für einen bestimmten Vorfahren. Die Gesamtheit der Pfähle (icap) formen die Seelen aller Vorfahren in der Familie (icap balùgùm).

 

Diese Gruppierung der Pfähle ist gleichzeitig auch der Schrein, an dem das Familienoberhaupt (naweak kato) seine Gebete spricht. Der Schrein stellt eine Verbindung der Lebenden zu den Toten her. Durch ihn sprechen die Lebenden mit den Toten. Dem Schrein werden Trankopfer (Blut von Tieren oder Palmwein) gebracht. In Abwesenheit des Familienoberhauptes kann ein anderes älteres Familienmitglied die Opfergabe bringen. Falls kein männlicher Erwachsener anwesend ist, kann der Ritus auch von einem männlichen Kind durchgeführt werden. Eine Frau oder ein Mädchen darf jedoch niemals Riten vor dem Schrein ausführen. Man sagt a yëman, ‘Er ist heilig’. Was heilig ist, darf niemals von einer Frau berührt werden. Sollte eine Frau es dennoch tun, wird Unglück oder Krankheit über sie kommen.

 

Die Manjack setzen ihren Gott ùcaay mit Jesus Christus gleich, wobei sie den Glauben an der Existenz der Seelen ihrer Vorfahren, den balùgùm, ebenfalls beibehalten. Für sie ist ùcaay mets ‘der Gott des Dorfes‘ ein wohlwollender Beschützer der Familie. Die Manjack bringen ihren traditionellen Glauben mit dem Christentum weitgehend in Einklang. Für sie sind es die Seelen Verstorbener, die Gottes Werk vollenden.

 

Einige Krankheiten können von dem nakalam natapar ausgelöst werden. Dann sind es Seher, die napene, die die Macht innehaben, im Sinne Gottes den unheilvollen Ausgang der Krankheit abzuwenden. Wenn jemand von einer Krankheit befallen ist, kann er sich ebenfalls an die balùgùm und an ùcaay mets, dem Gott des Dorfes, wenden, um Schutz (bëcof) zu erlangen. Dazu wenden sie sich an einen Schrein, der aus einem mit Erde gefüllten Horn (pëntin-ùcaay) besteht. Diesem Schrein müssen regelmäßig Opfer gebracht werden, um sich für den Schutz der Familie zu bedanken.

 

 

Die Hochzeit (bënim)

 

Die Hochzeit hat bei den Manjack einen hohen Stellenwert. Im Idealfall findet die Familie des Bräutigams eine Frau innerhalb der Ethnie. Bevor um die Hand des Mädchens angehalten wird, suchen die Eltern des Jungen den Seher napene auf. Nur wenn dieser keine Bedenken gegen diese Verbindung hat, kommt eine Hochzeit in Frage. Wenn der napene hingegen die Möglichkeit einer Verbindung der beiden Familien ausschließt, kann die Hochzeit nicht stattfinden und die Eltern untersagen ihrem Sohn jeden weiteren Kontakt mit dem Mädchen. Wenn eine Verbindung beider Familien hingegen möglich ist, überbringen die Eltern des Jungen den Eltern des Mädchens die Brautgabe (Palmwein, Destillat, nicht-alkoholische Getränke). Wenn das Mädchen noch zu jung ist für eine Verheiratung, hilft der Junge seinen zukünftigen Schwiegereltern jedes Jahr zur Erntezeit bei der Feldarbeit oder auf dem Reisfeld. Er darf in dieser Zeit bei seiner Verlobten auch wohnen, um sie besser kennenzulernen. Er darf allerdings nicht mit ihr schlafen. Jedes Mal, wenn der Junge seine Braut besucht, bringt er seinen zukünftigen Schwiegereltern und seiner Verlobten ein kleines Geschenk mit. Auch die Eltern des Jungen kommen die Eltern des Mädchens besuchen, wobei auch sie kleine Geschenke mitbringen. Dieser Zustand kann ein oder zwei Jahre andauern, bevor es zur Verehelichung kommt.

 

In der Zeit vor der Vermählung sucht der Junge den napene auf, um den besten Tag für die Hochzeitszeremonie herauszufinden. Nachdem der Junge den idealen Tag für die Vermählung vom napene erfahren hat, können die Vorbereitungen für das Fest beginnen. Zunächst müssen alle Mitglieder beider Familien verständigt werden. Diese Aufgabe fällt jeweils den Halbbrüdern und Halbschwestern zu, die leiblichen Brüder und Schwestern dürfen diese Aufgabe nicht übernehmen.

 

Vor der Hochzeitszeremonie ist es Brauch, dass der junge Bräutigam seine Braut zu einer Einkaufstour ausführt. Das Paar besucht Geschäfte, wo die Braut alles das einkauft, was ihr gefällt, (Kleidung, Schmuck, Schuhe etc.). Sie kauft ebenfalls jeweils einen Wickelrock für ihre Schwiegermutter und für die Nebenfrauen der eigenen Mutter. Gemäß der Tradition darf sie ihrer eigenen Mutter kein Geschenk machen.

 

Am Tag der Vermählung töten beide Familienväter ein Schwein oder eine Ziege und bringen es den balùgùm als Opfergabe. Damit kündigen sie diesen an, dass der Junge und das Mädchen heiraten werden und bitten gleichzeitig um Schutz für das Paar. Wenn die Zeremonie beginnt, kommen die Hochzeitsgäste beider Familien in kleinen Gruppen singend und tanzend zum Ort des Festes.

 

Hier ist es der Onkel des Jungen, der als Erster das Wort ergreift und über die Verbindung seines Neffen zu dem Mädchen spricht. Es ist Brauch bei den Manjack, dass weder der Vater des Jungen noch der des Mädchens an diesem Tag das Wort ergreift. Es sind jeweils die Onkel mütterlicherseits und väterlicherseits, die sich mit einer Rede an die Hochzeitsgesellschaft wenden. Wenn alle Reden beendet sind, wenden sich beide Familien an die balùgùm, die Seelen der Vorfahren, und an ùcaay mets, dem Gott des Dorfes. Der Onkel des Jungen gießt als Opfergabe Palmwein über den icap balùgùm, dem Schrein der Vorfahren. Er bittet diesen dann um den Segen für das junge Paar.

 

Wenn das Essen für die Gäste fertig ist, werden zwei Gruppen gebildet, auf der einen Seite speisen die Männer, auf der anderen Seite die Frauen. Nach dem Essen geht die Feier bis zum Abend weiter. Dann schickt der Vater des Bräutigams einige seiner Familienangehörigen los, um das Mädchen abzuholen. Wenn sie angekommen sind, gehen die jüngeren Brüder der Braut in ihr Zimmer und führen sie nach draußen. Nach einem Gebet zu den balùgùm und ùcaay mets bringen die Brüder ihre Schwester zu ihrer zukünftigen Familie. Es ist Tradition, dass der Schwiegervater des Mädchens quer zur Eingangstür der Hütte eine Linie auf den Boden zeichnet. Nachdem das Mädchen das erste Mal bei ihrer zukünftigen Familie gebetet hat, darf sie, geführt von ihrer Schwiegermutter, diese Linie (ùging bënim) überschreiten. Diese Handlung heißt kalôt ùging. Im Innern der Hütte nimmt das Mädchen, zusammen mit ihren Begleiterinnen, ein traditionelles Mahl zu sich.

 

Vor der ersten Nacht mit ihrem Mann beziehen die Hebammen des Dorfes das Bett mit einem weißen Laken. Während sich die Vermählten im Inneren der Hütte aufhalten, verbleiben die Frauen vor dem Eingang zur Hütte. Es geht ihnen darum, zu erfahren, ob das Mädchen noch eine Jungfrau war. Man nennt es pëmééts bayënts, ‘die Männer nicht zu kennen’. Wenn das Laken nach der ersten gemeinsam verbrachten Nacht keinen Blutfleck aufweist, wissen die Hebammen, dass das Mädchen keine Jungfrau gewesen ist und kehren betrübt nach Hause zurück. Andernfalls sind sie hingegen sehr zufrieden, da das Mädchen ihrer Familie keine Schande bereitet hat.

 

Im gemeinsamen Haushalt hat die junge Ehefrau von nun an ihrem Ehemann und ihren Schwiegereltern zu gehorchen.

 

 

Die Geburt (kabùka)

 

Nach der Entbindung verbleibt das Neugeborene für eine Woche auf dem Boden vor dem Schrein der balùgùm und ùcaay mets. Währen dieser Zeit verbleiben die Hebammen bei dem Neugeborenen und massieren diesem den Körper nach jedem Bad mit Palmöl (m’kër m’jankal) ein, damit das Neugeborene für sein gesamtes Leben vor schädlichen Einflüssen bewahrt bleibt. In dieser Zeit erhält das Kind auch seinen Namen. Falls es vorkommt, dass das Neugeborene in dieser Zeit Fieberschübe bekommt, oder wenn es die Nacht über schreit, suchen die Eltern oder der Großvater des Kindes den napene auf, um den Grund zu erfahren. Der Grund kann darin liegen, dass ein Vorfahre im Körper des Neugeborenen wiedergeboren wurde. Wenn das als Grund angesehen wird, versammelt sich die gesamte Familie und das Familienoberhaupt wendet sich mit den Worten an das Kind: „Wir sind hier zusammen gekommen, um dem Kind deinen Namen zu geben. Also, wenn du es tatsächlich bist, der auf die Welt zurückgekehrt ist, so sollst du wissen, dass wir dich in der Familie willkommen heißen. Nun bitten wir dich, nicht mehr zu weinen.“ Nun kann es allerdings auch sein, dass sich der napene geirrt hat und das Kind fortfährt zu weinen oder es weiterhin Fieber hat. In diesem Fall sucht ein Familienmitglied einen anderen Seher auf, um von diesem eine Erklärung zu bekommen. Das wird solange fortgesetzt, bis eine überzeugende Erklärung gefunden wurde, oder das Kind wieder gesund geworden ist.

 

Dem Kind kann dann ein selbstgewählter Name oder der Name des wiedergeborenen Vorfahren gegeben werden. Dieser zur Erde zurückgekehrte Vorfahre kann ein verstorbener Großvater, eine Großmutter oder ein Urgroßvater bzw. eine Urgroßmutter sein.

 

 

Der Ritus der Sesshaftwerdung von Zwillingen (bëtantëmb)

 

Die Manjacks glauben, dass Zwillinge mit besonderen Kräften geboren werden. Mit Hilfe einer hierauf spezialisierten Person gilt es, diese besonderen Kräfte nach der Geburt so früh wie möglich zu entfernen. Andernfalls könnte es vorkommen, dass es die Zwillinge eines Tages bereuen, in die Welt gekommen zu sein und sich dafür entscheiden, wieder in ihre unsichtbare Welt zurückzukehren, einfach indem sie sterben. Zu diesem Zweck gibt es bei den Manjack den Ritus des bëtantëmb, der den Zweck hat die Zwillinge an die Erde zu binden, um so zu verhindern, dass sie in ihre Ursprungswelt zurückkehren. Deshalb suchen die Eltern von Zwillingen nach der Geburt einen napene auf, der ihnen sagen kann, welche Person diesen Ritus durchführen kann. Diese Person hat zwingend ein Zwilling zu sein, an dem dieses Ritual ebenfalls durchgeführt wurde. Dieser Spezialist führt den Ritus der Sesshaftwerdung dann bei den Zwillingen durch.

 

 

Die Altersklassen (ùraan)

 

Die Klasse der bandëpat : Diese Klasse umfasst die Jungen im Alter von 8 bis ca. 13 Jahren.

 

Die Klasse der bateenc: Diese Klasse umfasst die Jungen im Alter von 13 bis ca. 16 Jahren.

 

Die Klasse der bakoo utsia: Diese Klasse umfasst die Jugendlichen im Alter von 16 bis ca. 20 Jahren.

 

Die Klasse der bantoyi: Diese Klasse umfasst die bereits beschnittenen Männer.

 

Die Klasse der banjanjan: Ab dieser Klasse dürfen Männer ihre erste sexuelle Beziehung zu einer Frau haben.

 

 

Das Begräbnis (kayiñg pôôm)

 

Bei den Manjack wird der Tod als Übergang in das Reich der Toten (mcats) angesehen. Ob das Ereignis als Freudentag angesehen wird, hängt vom Alter der verstorbenen Person ab. Beim Tod eines alten Menschen ist das Begräbnis ein Freudenfest, das Verscheiden eines jungen Menschen wird von den Hinterbliebenen hingegen als äußerst schmerzhaft empfunden. In diesem Fall werden viele Fragen über die Ursache des Todes gestellt. Um die Ursache zu erfahren opfert das Familienoberhaupt den balùgùm einen Hahn. Er fragt diese, ob es sich um einen unnatürlichen Tod handelt. Diese Befragung wird als pëtib ùgùk bezeichnet. Wenn es sich bei der toten Person um eine Hexe (nakaalam) gehandelt hatte, bekommt diese kein normales Begräbnis, die Leiche wird einfach in eine Grube geworfen. Man sagt dann: pëgùts pôôm, ‘einen Kadaver wegwerfen’. Wenn es sich aber um einen normalen oder von einer Hexe verursachten Tod handelt, wird der Verstorbene mit vielen Grabbeigaben würdevoll begraben.

 

 

Der Befragungsritus eines Verstorbenen (ùcùas pôôm)

 

Beim Tod eines erwachsenen Manjack wird vor seinem Begräbnis ein Befragungsritus durchgeführt. Nach ihrem Glauben muss es für den Tod immer eine Ursache geben. Um diese zu erfahren, muss der Tote befragt werden. Es ist ein erwachsenes Familienmitglied des Toten, der diese Befragung durchführt. Zunächst wird aber eine Tragebahre aus Bambus hergestellt, die an jeder Ecke einen Griff hat und als bëkaabpôôm, ‘Totenliege’, bezeichnet wird. Sobald diese fertiggestellt ist, wird sie vor den Eingang der Hütte abgestellt. Auf diese Totenliege wird eine lebensgroße Stofffigur kalenj kafaaŋgelegt, die den Verstorbenen repräsentiert. Sodann wird ein wenig Palmwein auf die beiden Enden der Liege gegossen, wobei geheime Formeln gemurmelt werden. Nach dieser Handlung fließt eine unsichtbare Kraft vom Verstorbenen in die Totenliege. Vier Personen heben die Liege daraufhin auf ihre Schultern und die Befragung kann beginnen. Während der Befragung werden die Träger bei einer positiven Antwort auf eine Frage nach vorne, bei einer negativen Antwort nach hinten gestoßen. Derjenige, der den Ritus dirigiert, beginnt mit der Befragung. Er stellt Fragen wie: „Bist du eines natürlichen Todes gestorben?“ oder „Ist jemand verantwortlich für deinen Tod?“, „Stehst du in irgendeiner Beziehung zu einem Dschinn?“, „Kann es sein, dass du vergessen hast einem Schrein dein Opfer zu bringen und du deshalb getötet wurdest?“ Am Ende des Ritus stellt der Befrager die letzte Frage: „Da wir nun am Ende des Ritus angekommen sind; möchtest du, dass man dir etwas zu trinken gibt?“ Bei ‚ja‘ bewegt sich die Trage nach vorne und stößt mit einem der Herumstehenden leicht zusammen. Die Person, die von der Trage getroffen wurde, gießt den Inhalt einer Kalebasse als Trankopfer auf die Erde. Danach schiebt die Trage ihre Träger bis zum Friedhof. Sobald die Gruppe dort angekommen ist, lässt die unsichtbare Kraft die Liege vor dem Grab des Verstorbenen zum Stillstand kommen und die Kraft verlässt die Totenliege wieder. Die Träger nehmen die Trage sodann von ihren Schultern und stellen sie auf das Grab, wo sie zunächst verbleibt. Damit ist der Ritus beendet und die meisten Menschen kehren zu ihren Hütten zurück. Nur die ganz engen Familienangehörigen verweilen noch zwei oder drei Tage am Grab des Verstorbenen.

 

 

Das Fest der Toten (katulpôôm)

 

Vor dem Schrein der Toten findet zu Ehren der Verstorbenen eine Feier statt. Früh am Morgen bereiten die Frauen die Opfergabe (paay) vor. Es handelt sich hierbei immer um kanukan, ein Gericht aus Reis und getrocknetem Fisch. Das Familienoberhaupt wendet sich mit Gebeten an den Schrein der Vorfahren. In Gegenwart seiner Familie bringt er vor dem Schrein ein Trankopfer und formuliert Wünsche der Familie, bittet um Schutz und Wohlstand und drückt den Dank der Familie für vergangenen Beistand aus. Er nimmt sodann eine Handvoll vom Opferreis und legt es in einen Tonkrug neben dem Schrein. So gibt er Vorfahren etwas von dem zuvor zubereiteten Gericht zu essen. In einer Atmosphäre großer Fröhlichkeit wird von den Gästen vom Opferreis gegessen und vom Opfertrank getrunken. Dieser Ritus heißt pëyiñg pôôm, ‘das Begräbnis organisieren’ und findet eine Woche nach dem Begräbnis statt. Alle Trauergäste kommen au diesem Tag wieder zusammen, ebenso wie besten Griots der Region. Es findet ein großes Fest statt, bei dem alle Gäste viel Reis und Fleisch zu essen bekommen.

 

Log In Registration